Vom Olymp zu Pressebeck: Neues aus der Welt von Zeus – Teil 2: Ein guter Tipp zahlt sich aus

Zeus © Elisabeth Steiger

Hallo liebe Leser, endlich komme ich – trotz meiner vielen Arbeit – wieder einmal dazu, Euch aus meinem Leben bei Pressebeck zu berichten!

Zunächst war es ja gar nicht so einfach, als göttlicher Hund zu leben, musste ich doch auf all den Komfort verzichten, den ich als Göttervater lieben gelernt hatte. Aber zum Glück bietet auch das Leben als Hund einige Vorzüge, wie ich schon bald erkannte: Streicheleinheiten, Leckereien und Gassi-Ausflüge sind nur ein Teil davon und nun – und das ist zweifellos eine göttliche Eigenschaft – weiß ich auch die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen.

Wie beispielsweise den heutigen Tag im Büro: Nach einem anstrengenden Vormittag voller Beratungsgespräche mit meinen Kollegen wehte mir kurz vor 12 Uhr ein wunderbarer Duft in die Nase. Es war wieder soweit: Manuel – Kollege, Informatiker und unser Starkoch – bereitete sein berühmtes wöchentliches Mittagessen zu. Sogleich stand ich auf und nahm meinen geliebten Platz vor der Küche ein. Hier fühle ich mich am wohlsten: Ich habe alle Kolleginnen und Kollegen im Blick, die zum Essen kommen und kann gedanklich schon einmal ausloten, wer mein Komplize in der Essensverteilung wird, denn auch ein Gott kann nicht nur von Luft und Liebe leben. Und außerdem entgeht mir kein noch so winziges Stück, das vom Herd fällt.

Da saß ich also auf meinem improvisierten Thron (für einen echten ist an der Stelle leider zu wenig Platz – ein kleines Manko, das aber nicht einmal ich mit meinen göttlichen Fähigkeiten beheben kann) und wartete gespannt, wer alles kommen würde. Ich war zufrieden: Die Chancen standen gut, dass auch für mich ein ordentlicher Happen abfallen würde. So betrat ich den zum Esszimmer umfunktionierten Besprechungsraum und begab mich unter den Tisch.

Ihr werdet jetzt denken, dass dieser Platz meiner Göttlichkeit nicht angemessen ist, doch weit gefehlt: Er schützt mich zum Einen vor den strengen Blicken meines Frauchens, das selbst bei Pressebeck arbeitet und geradezu fanatisch um meine schlanke Linie besorgt ist, zum Anderen hilft er meinen Gönnern, bei ihren guten Taten unerkannt zu bleiben. So auch heute. Unauffällig stupste ich mit meiner Nase eines der Knie an, die da unter dem Tisch standen, und plötzlich fiel ein herrliches Stück Bockwurst neben mir auf die Erde. Sogleich ergriff ich meine Chance und die Wurst und verließ eilig den Besprechungsraum in Richtung meines Schreibtisches. Hier wollte ich meine Beute nun in aller Ruhe genießen – doch ich hatte die Rechnung ohne Frauchen gemacht. Sie folgte mir schnell und probierte, mir meinen Schatz abzujagen.

Nach einer langen Diskussion – als vormaliger Olymp-Bewohner beherrscht man glücklicherweise alle Kniffe der Rhetorik – gelang es mir zum Glück, einen Deal mit ihr auszuhandeln: Für einen göttlichen Tipp, wie unsere Kunden ihren Bekanntheitsgrad steigern können, durfte ich die mühselig ergatterte Bockwurst behalten. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen! Sogleich holte ich tief Luft und erklärte ihr, dass Interviews doch eine gute Möglichkeit wären. Das Interview ist eine Stilform des Journalismus, die besonders gerne gelesen wird. Denn es ist nicht nur dazu geeignet, die Kenntnis von Fachwissen zu vermitteln, sondern auch, um eine gewisse Vertrautheit zwischen dem Leser und dem Interviewten aufzubauen.

Natürlich barg dieser gute Rat einen kleinen Hintergedanken: Als Gott ist man es gewohnt, im Rampenlicht zu stehen, so wäre ich doch der optimale Interviewpartner, der nicht nur Kompetenz, sondern auch Sympathie ausstrahlen würde…

Wie dem auch sei – Frauchen war zufrieden, ich durfte die Wurst behalten und der Tag war gerettet! Nun liege ich im Büro, satt und zufrieden, und träume von meinem Interview mit Pressebeck, das ihr hoffentlich schon bald hier lesen könnt! 😉

Bis bald

Euer Zeus

 

Elisabeth Steiger, 06. April 2018


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