VBW: Arbeitsrecht und Digitalisierung besser in Einklang bringen

“Die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0” – so lautete das Thema der Veranstaltung am 7. November in Würzburg, zu der die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) Unternehmensvertreter, Juristen und Wissenschaftler eingeladen hatte.

12. Würzburger Forum Arbeitsrecht

Auf dem Bild sind zu sehen, v.l.n.r.: Prof. Dr. Matthias Jacobs, Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht an der Bucerius Law School in Hamburg, Prof. Dr. Christof Kerwer, Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Nina Litobarski, Leitung Arbeitsrecht und Personalgrundsatzfragen bei der Bosch Rexroth AG in Lohr am Main, Prof. Dr. Christoph Weber, Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Unterfranken, Michael Bischof, Geschäftsführer der vbw Bezirksgruppe Unterfranken. Foto: vbw, Bezirk Unterfranken

Laut einer Pressemitteilung des “vbw” diskutierten beim 12. Würzburger Forum Arbeitsrecht namhafte Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Justiz über die Konsequenzen der digitalen Entwicklung. „Die Digitalisierung ermöglicht eine stärkere Flexibilisierung hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsort im Interesse der Beschäftigten und der Unternehmen. Sie führt auch zu einer stärkeren Orientierung an Arbeitsergebnissen. Das Arbeitsrecht ist hier oft nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Wolfgang Fieber, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Unterfranken.

Wie in der Presseinfo erwähnt, hat die vbw bereits in einer breit angelegten Kampagne eine Erneuerung des Arbeitszeitgesetzes gefordert. „Dabei geht es uns nicht um die Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern… das Arbeitszeitvolumen flexibler als heute zu verteilen, um den Anforderungen von Mitarbeitern und Unternehmen gerecht zu werden. Wichtig ist uns zum einen, dass die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden aufgegeben wird. Wir fordern, dass der Spielraum der Europäischen Richtlinie voll ausgeschöpft wird, die eine wochenbezogene Betrachtung und eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden vorsieht. Eine wochenweise Betrachtung bringt ein deutliches Plus an Flexibilität für die Unternehmen und die Mitarbeiter. Auch die pauschale elfstündige tägliche Mindestruhezeit zwischen Arbeitsende und dem Beginn der Arbeit am nächsten Tag ist nicht mehr zeitgemäß. Es muss möglich sein, auch abends kurze Telefonate zu führen oder eine Mail zu verschicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit von neuem zu laufen beginnt“, erläuterte Fieber.

Für diesen ist es laut Presseinfo nicht mehr zeitgemäß, wenn die IG Metall einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden in der Woche mit Rückkehrrecht in Vollzeit bei teilweisem Teillohnausgleich fordert. „Solche Forderungen sind unvernünftig und realitätsfern. Denn Arbeitszeitverkürzungen würden den bestehenden Fachkräftemangel verschärfen. In der Folge droht, dass die Arbeit dort hin wandert, wo Arbeitskräfte verfügbar sind“, so Fieber abschließend.

Quelle: Ulla Wolfshöfer, 089-551 78-391, www.ibw-bayern.de

Stefan Beck, 9. November 2017

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