In Krisenzeiten: Warum wir auch „good news“ brauchen!

Kürzlich schrieb mir ein Journalist per Mail: Wenn Sie mir mal eine Pressemitteilung mit einer guten Nachricht senden, würde ich mich darüber freuen. Er sei als Redakteur fast nur mit den Kommunalwahlen in Bayern und dem Corona-Virus beschäftigt.  

 

Sicherlich kennen auch Sie die derzeitige Nachrichtenlage: Fast jede zweite Meldung im Radio, Fernsehen, im Internet oder in der Tageszeitung hat im engeren oder weiteren Sinne mit dem Corona-Virus zu tun. Es ist das beherrschende Thema in der Öffentlichkeit – und wird es aller Voraussicht nach noch einige Wochen bleiben.

„Bad news“ sind – aus Sicht von Journalisten – meist deswegen „good News“, weil sich diese oft besser „verkaufen“ lassen. Denn die Mehrzahl der Menschen spricht offenbar mehr – oder sogar lieber – über Naturkatastrophen, Insolvenzen, Krankheiten oder andere negative Schlagzeilen.

Als Inhaber einer PR-Agentur stelle ich mir derzeit öfter die Frage: Wie können wir für gute Nachrichten sorgen? Ich spreche darüber mit Freunden auf Skype im Home-office, mit Mitarbeitern am Telefon, oder beim Sparziergang zu zweit. Zugleich halte ich es für sehr wichtig, sich im Alltag gerade jetzt auch jenen Dingen zu widmen, die Freude wecken und mitunter die eigene Stimmung heben!

Gerade in Krisen brauchen wir Anlass zu Zuversicht, zu Gelassenheit – und die Einsicht, dass manches erfreulich, einfach gut und nützlich ist, was gerade passiert. Ärzte, die in Ruhestand sind, unterstützen ihre Kollegen in den Kliniken, (pensionierte) Lehrer stellen sich freiwillig für den Einsatz in Gesundheitsämter zur Verfügung. Die Nachbarschaftshilfe gewinnt wieder an Bedeutung – und weckt bei manchem Einkauf des (jungen) Erwachsenen sogar Freude und das angenehme Gefühl, anderen Menschen helfen zu können.

Auch die kleinen Dinge im Alltag können als „good news“ dienen

Wir haben viele Helden in unserer Gesellschaft. Das fängt bei den Kindern an und setzt sich fort etwa bei Ärzten, Krankenschwester und Pflegern, die im Job sprichwörtlich alles geben. Am Samstag fiel mir beim Weg zum wöchentlichen Einkaufen an einer Straßenkreuzung in Kitzingen ein weißes Bettlaken auf, von Kindern bemalt. Etwa 2 Meter breit, 2 Meter groß. Ein paar Menschen in Häusern waren zu sehen. Was mich zum Schmunzeln brachte und ebenso berührte, war der Slogan: „Sei ein Held – bleib daheim“.

Auch das sind gute Nachrichten. Das Bewusstsein darum, dass wir uns in der „Corona-Krise“ – wenn möglich – gegenseitig unterstützen und uns das Leben zumindest nicht unnötig schwer machen sollten. Das kann eine kleine Nachbarschaftshilfe sein oder lediglich ein freundliches Lächeln und Dankeschön gegenüber dem/der Mitarbeiter(in) an der Kasse im Supermarkt oder Discounter. Solche Handlungen erzeugen auch gute „News“, über die man gerne spricht. Es muss ja nicht gleich eine große Geldspende sein. Ein Dankeschön für eine gute Tat einer Firma oder die lange Betriebszugehörigkeit eines Mitarbeiters, der sich loyal gegenüber dem Arbeitgeber verhält, ist genauso wichtig in der „Corona-Zeit“.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund – und lassen Sie uns ab sofort öfter für gute Nachrichten sorgen!

Stefan Beck, 28. März 2020

Archivbild oben: Jürgen Schweitzer


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