Englische Wörter überfluten deutsche Sprache – Fluch oder Segen?

Die Strahlkraft der englischen Sprache auf die deutsche Ausdrucksweise ist unübersehbar. Es scheint, als nehme die Zahl der „Anglizismen“ rasant zu.

Ein Trugschluss oder „reality“? Wie beurteilen Sprachforscher dieses Phänomen und was wollte uns Lothar Matthäus mitteilen als er in „Denglisch“ sagte: „I hope we have a little bit lucky. I look not back, i look in front“?

Englisch ist als „Weltverkehrs-Sprache“ die international bedeutendste Sprache. Kein Wunder, dass sie mittlerweile bereits in deutschen Grundschul-Klassenzimmern gelehrt wird.  In mehr oder weniger gutem Englisch drücken sich Sportler bei ihren Sieger-Reden aus. Lothar Matthäus´ Fremdsprachen-Kenntnisse kamen einem schon häufig „spanisch“ vor. Die immense Bedeutung der englischen Sprache ist unbestritten. Ist das allerdings die berechtigte Eintrittskarte für „Anglizismen“ in den deutschen Sprachbereich?

Forscher berichten davon, dass Sprache keinen Stillstand kennt. Vielmehr wird die „Bibel der deutschen Sprache“ in regelmäßigen Abständen erneuert. Der Duden beinhaltet mittlerweile etwa 3,5 Prozent Anglizismen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und bisweilen einleuchtend. Beispielsweise rückt die globale Welt näher zusammen. Damit übernimmt Englisch einen Großteil der Wirtschaftssprache und setzt gemeinsame Standards.

Klingt „Niethose“ besser als „Jeans“, „Klapprechner“ flotter als „Laptop“?

Weitere Gründe für die „Anglizismen-Offensive“: Die Vortäuschung einer höheren Wertigkeit wie beispielsweise beim „Facility Manager“ anstatt dem „Hausmeister“. Die Verwendung der Ausdrücke „cooles Outfit“ oder „im Internet surfen“ vermitteln einen gebildeteren Eindruck. Weniger Mogelpackungen sind englische Begriffe, für die es tatsächlich vorher noch keinen deutschen Namen gab. „Public viewing“ wäre wohl nur mit einer längeren Umschreibung verständlich. Zusätzlich gibt es Wörter, die ein deutsches „Pendant“ (französischer Import) haben. Dieses würde die Mehrheit allerdings sicherlich als „out“ einstufen. Oder klingt „Niethose“ besser als „Jeans“, „Klapprechner“ flotter als „Laptop“ und „Zeitzonenkater“ verständlicher als „Jetlag“?

Keine Frage! Unsere Muttersprache lebt unter anderem von vielen Teilen anderer Kulturkreise. Etwa zwanzig Prozent davon sind laut Experten im Duden beheimatet und haben wir bereits verinnerlicht, Tendenz steigend. In meinen Augen gibt es pro und contra, aber kein schwarz oder weiß. Die obigen Ausführungen machen deutlich, dass die Integration englischer Begriffe eine Mogelpackung, aber auch sinnstiftend sein kann. Natürlich gilt der Grundsatz: Kommunikation ist das, was ankommt. Wenn ein Text mit englischen Fachbegriffen übersät ist, kann er von einer breiten Zielgruppe womöglich nicht verstanden werden. Richtet sich der Urheber an „Gleichgesinnte“, so kann die Verwendung essenziell sein.

Für uns bei „Pressebeck“ bedeutet die deutsche Sprache mehr als nur „Kommunikation“. Wir verbinden damit Tradition und Werte. In Pressemitteilungen, Weblogs und anderen Textbeiträgen setzen wir Fremdwörter deshalb mit Maß ein. Damit lassen wir die Leserschaft nicht im „Anglizismen-Dschungel“ und Regen stehen, selbst wenn es „cats and dogs“ regnet. Wir geben weiterhin unser Bestes. Analog dem finalen Spruch beim Silvester-Klassiker „Dinner for one“: „Well, we´ll do our very best.“

Autor: Florian Geiger, 12. März 2021

Archivbild oben (Fotostudio Mondelli): Florian Geiger ist seit 2016 Mitarbeiter bei Pressebeck

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